Nachgefragt bei Dr. Frederic Hermann

Wie gehen Sie das Thema Kera­mik­im­plan­tate in Ihrem Kurs an?
Zum Thema Kera­mik­im­plan­tate steht eine Über­sicht über die ver­schie­denen Her­stel­lungs­ver­fahren im Mit­tel­punkt und deren Aus­wir­kungen auf das chir­ur­gi­sche und pro­the­ti­sche Hand­ling. Prä­sen­tiert werden auch Kon­zepte für die neusten 2-tei­ligen Kera­mik­im­plan­tate sowie neue Mate­ria­lien, wie z.B. PEKK in der Implan­tat­pro­thetik. Chair­side Ver­sor­gungs­op­tionen – auch von Kera­mik­im­plan­taten – mit­tels modernster intra­o­raler Scan­technik stehen im Zen­trum des zweiten Teils zum Thema Digi­ta­li­sie­rung. Hier werden auch die neusten CAM-Fräs­tech­no­lo­gien vor­ge­stellt, wie z.B. Cerec Pri­me­scan und Pri­me­mill.

The­ma­ti­sieren Sie bestimmte Aspekte in Ihrem Kurs, denen oft nicht genü­gend Auf­merk­sam­keit geschenkt wird?
Hier spielt die Behand­lungs­ef­fi­zienz durch Zeit- und Kos­ten­ma­nage­ment im implan­to­lo­gi­schen Work­flow eine wich­tige Rolle. Ver­mit­telt wird, wie man aktive, kos­ten­in­ten­sive Stuhl­zeit ein­spart und Behand­lungs­schritte dele­giert. Prä­sen­tiert werden auch neue Behand­lungs­kon­zepte, die durch die ver­schie­denen digi­talen Work­flows mög­lich werden. Vor allem ist es mein Ziel, die „Hemm­schwelle“ gegen­über den digi­talen Ver­fahren abzu­bauen. Wie kann man per­sön­lich den für sich geeig­neten Ein­stieg finden? Was soll man inves­tieren? Was macht Sinn? Wel­chen Auf­wand bedeutet das für mich? Hier gibt es eben­falls Hil­fe­stel­lungen.

Welche Inhalte, die Sie in Ihrem Kurs prä­sen­tieren, sind für eine erfolg­reiche und moderne Implan­tat­be­hand­lung und Pra­xis­füh­rung heute ent­schei­dend wichtig oder sogar uner­läss­lich?
Ich würde hier vier Schwer­punkte sehen. Ers­tens die fun­dierte Dia­gnostik und inter­dis­zi­pli­näre digi­tale Implan­tat­pla­nung zur Erar­bei­tung eines ziel­ge­rich­teten, pati­en­ten­in­di­vi­du­ellen Behand­lungs­kon­zeptes. Zwei­tens, die Nut­zung des digi­talen Daten­satzes, gene­riert durch einen intra­o­ralen Scan bei der Erst­un­ter­su­chung. Dieser bietet einen erheb­li­chen Mehr­wert, da er für den wei­teren Behand­lungs­ver­lauf wichtig ist. Drit­tens halte ich eine moderne Pati­en­ten­kom­mu­ni­ka­tion für uner­läss­lich. Stich­wort: „Der vir­tu­elle Patient“. Die 3D-Dar­stel­lung der Befund­lage, des The­ra­pie­kon­zeptes und des Behand­lungs­zieles ist dafür wichtig. Sie erlaubt z.B. die Visua­li­sie­rung des funk­tio­nell-ästhe­ti­schen Behand­lungs­zieles bei der Pati­en­ten­auf­klä­rung. Und last but not least ist eine lücken­lose Doku­men­ta­tion der Behand­lungs­kette aus meiner Sicht erfor­der­lich.

Welche aus­ge­wählten wis­sen­schaft­li­chen Ver­öf­fent­li­chungen können Sie als Grund­lage zu Ihrem Thema emp­fehlen, um die Kurs­in­halte mit wis­sen­schaft­li­cher Aktua­lität zu unter­legen?
Her­mann F. Digital ist effi­zient – der voll­di­gi­tale chair­side work­flow in der Implan­to­logie. Swiss Dental Com­mu­nity 4/2017
Her­mann F. Kera­mik­im­plan­tate – die Alter­na­tive zu Titan­im­plan­taten. ZMK Jg.33 Aus­gabe 9 Sep­tember 2017

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