Nachgefragt bei dem Fotografen Dieter Baumann

Wie bedeutsam ist die orale Foto­grafie? Warum geht es nicht mehr ohne?
Die Den­tal­fo­to­grafie ist in der Zahn­me­dizin uner­läss­lich. Die aus­führ­liche Doku­men­ta­tion ist ein Muss! Sie fun­giert als Pla­nungs­un­ter­stüt­zung, sie dient der visu­ellen Kom­mu­ni­ka­tion unter Kol­legen oder mit dem Labor und ebenso dem recht­li­chen Schutz der behan­delnden Zahn­ärz­tinnen und Zahn­ärzte. Sie dient der eigenen Qua­li­täts­über­prü­fung, der Wei­ter­bil­dung und nicht zuletzt auch der Absi­che­rung gegen­über den Kassen.

Was ist bei der den­talen Foto­grafie wich­tiger, die Fähig­keiten des Foto­grafen oder die Qua­lität der Aus­rüs­tung?
Foto­gra­fi­sches Können nützt nichts, wenn die Aus­rüs­tung nicht mit­spielt. Und die beste Aus­rüs­tung nützt nichts, wenn man nicht damit umgehen kann.

Gibt es Min­dest­an­for­de­rungen an die Aus­rüs­tung oder kann man mit den gän­gigen Appa­raten gute Erfolge erzielen?
Für die Den­tal­fo­to­grafie gibt es noch keine echte Alter­na­tive zu einem Kame­ra­system, für das es die not­wen­digen Kom­po­nenten wie 100mm Makro­ob­jektiv sowie Ring- oder Late­ral­blitz gibt. Die Beto­nung liegt auf Blitz. LED-Licht­sys­teme sind aus ver­schie­denen Gründen keine gute Lösung – außer bei Kame­ra­sys­temen, für die es keine Blitz­sys­teme gibt. Diese sind aber nicht wirk­lich emp­feh­lens­wert.

Was sollte man beim Kauf beachten?
Ich emp­fehle immer eine Zusam­men­stel­lung aus einer Hand. Also nicht Kamera von Her­steller A, Objektiv von B und Blitz von C. Sowohl Canon als auch Nikon bieten hier gute Lösungen mit gutem Preis- Leis­tungs­ver­hältnis. 

Kann man ein Smart­phone für den­tale Foto­gra­fien ver­wenden?
Wenn man mit dem Smart­phone foto­gra­fieren möchte ist, sollte es ein neueres Smart­phone sein mit meh­reren Objek­tiven und man sollte immer die län­gere Brenn­weite ver­wenden. Nutzt man das Weit­win­kel­ob­jektiv, sieht es immer aus wie ein Pfer­de­ge­biss. Die Bild­qua­lität der Handys an sich ist heute nicht mehr das Pro­blem. Aller­dings gibt es in diesem Fall nur LED Beleuch­tung.

Wer vom Team sollte in der Praxis foto­gra­fieren?
Das Wich­tigste ist, dass die Den­tal­fo­to­grafie an die Assis­tenzen dele­giert werden kann. Das bedeutet, dass die Hel­fe­rinnen auch geschult werden müssen. Die Zeit der Ärzte ist dafür zu teuer! Genau­ge­nommen ist dies das wich­tigste Kri­te­rium! Eine kon­se­quente Foto­do­ku­men­ta­tion funk­tio­niert meist nur, wenn sie von den Hel­fe­rinnen gut gemacht werden kann.

Gibt es wie­der­keh­rende Fehler, die man garan­tiert nicht mehr macht, nachdem man Ihren Kurs besucht hat?
Der Haupt­fehler ist, dass nicht kon­se­quent genug foto­gra­fiert wird. Im Detail werden die meisten Fehler beim Abhalten gemacht, zumeist des­halb, weil der Foto­gra­fie­rende der Assis­tenz, die abhält, keine genauen Anwei­sungen gegeben hat.
Ein häu­figer Fehler ist oft auch die dürf­tige Kom­mu­ni­ka­tion zwi­schen dem Foto­gra­fie­renden und dem Pati­enten. Dieser muss wissen was und warum es gemacht wird. Pati­en­tinnen und Pati­enten dürfen nie den Ein­druck bekommen, dass die Fotos nur der Selbst­dar­stel­lung des Zahn­arztes oder der Zahn­ärztin dienen. Es muss klar sein, dass die Fotos eine wich­tige Grund­lage für die Pla­nung der Behahndlung sind sowie eine wich­tige Fak­ten­samm­lung falls es zu Aus­ein­an­der­set­zungen mit der Kran­ken­ver­si­che­rung kommt. Nicht zuletzt müssen die Pati­enten wissen, dass die Fotos ein sehr wich­tiges Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mittel zwi­schen Praxis und Labor sind. Die Foto­ar­beiten sollen schlicht und ergrei­fend zur zusätz­li­chen Qua­li­täts­stei­ge­rung der Ver­sor­gung bei­tragen, wovon letzt­end­lich aber die Pati­en­tinnen und Pati­enten pro­fi­tieren.

 

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