Nachgefragt bei PD Dr. Dr. Peer Kämmerer

 Bietet Ihr Kurs zum Thema „allo­gener Kno­chen­er­satz und plateled rich fibrin“ Inhalte, die erst in jün­gerer Zeit in die Implan­to­logie ein­ge­führt wurden?
 Ja. In dem Kurs werden beson­ders die Ver­wen­dungs­mög­lich­keiten allo­gener Kno­chen­ma­te­ria­lien aus­führ­lich bespro­chen. Wir prä­sen­tieren jedoch auch ver­schie­dene chir­ur­gi­sche Tech­niken, mit deren Hilfe mit auto­logem Kno­chen äqui­va­lente Ergeb­nisse erzielt werden können. Hinzu kommen ver­schie­dene Tech­niken der Her­stel­lung pati­en­ten­ei­gener Throm­bo­zy­ten­kon­zen­trate, welche zu einer ver­bes­serten Gewebs­hei­lung bei­tragen können. Auch diese Kon­zepte sind Inhalt des Kurses.

The­ma­ti­sieren Sie bestimmte Aspekte in Ihrem Kurs, denen oft nicht genü­gend Auf­merk­sam­keit geschenkt wird?
Sicher­lich sind die Alter­na­tiven zur auto­logen Kno­chen­trans­plan­ta­tion ein sol­cher Aspekt. Wir beleuchten aber ebenso die Nach­teile xeno­gener und allo­plas­ti­scher Mate­ria­lien gegen­über auto­logem und allo­genem Kno­chen. Und nicht zuletzt geht es auch um die Bio­lo­gi­sie­rung von Kno­chen- und Weich­ge­we­be­trans­plan­taten.

Welche Inhalte, die Sie in Ihrem Kurs prä­sen­tieren, sind für eine erfolg­reiche und moderne Implan­tat­be­hand­lung und Pra­xis­füh­rung heute ent­schei­dend wichtig oder sogar uner­läss­lich?
Im Ver­gleich zu kon­ven­tio­nellen Kno­chen­er­satz­ma­te­ria­lien kann die Anwen­dung allo­gener Trans­plan­tate in ver­schie­denen Indi­ka­tionen Ergeb­nisse erbringen, die dem auto­logen Kno­chen äqui­va­lent sind. Ins­be­son­dere die Scha­len­technik aber auch die Block­trans­plan­ta­tion wird hierbei the­ma­ti­siert. Die Her­stel­lung pati­en­ten­ei­gener Throm­bo­zy­ten­kon­zen­trate – von der Punk­tion peri­pherer Venen bis hin zur Zen­tri­fu­gi­e­rung und auch zur kli­ni­schen Anwen­dung – könnte die nächste Stufe der auto­logen Trans­plan­ta­tion dar­stellen.

Wie ver­träg­lich ist allo­gener Kno­chen?
Bei dem in Deutsch­land zuge­las­senen allo­genen Kno­chen gab es bisher keinen ein­zigen Fall einer All­ergie oder Infek­tion. Es gibt auch keine Fälle, bei denen durch xeno­gene, bovine Kno­chen­er­satz­ma­te­ria­lien der „Rin­der­wahn­sinn“ über­tragen wurde.

Welche aus­ge­wählten wis­sen­schaft­li­chen Ver­öf­fent­li­chungen können Sie als Grund­lage zu Ihrem Thema emp­fehlen, um die Kurs­in­halte mit wis­sen­schaft­li­cher Aktua­lität zu unter­legen?

Schneider D, Butt­che­reit I, Käm­merer PW: Rege­ne­ra­tive The­rapie von Kie­fer­de­fekten mit allo­genen Kno­chen­er­satz­ma­te­ria­lien. ZWR 2016.125(11):552-557.

Butt­che­reit I, Käm­merer PW: Allo­gener Kno­chen – Implan­tat­ge­tra­gene Schalt­lü­cken­ver­sor­gung im Unter­kie­fer­sei­ten­zahn­be­reich nach late­raler Aug­men­ta­tion mit allo­genem Kno­chen. Zeit­schrift für Zahn­ärzt­liche Implan­to­logie 2017;33(4), 292-296.

Käm­merer PW, Butt­che­reit I, Pabst A: Allo­gener Kno­chen – Kno­chen­er­satz­ma­te­rial oder Ersatz­ma­te­rial für auto­loge Trans­plan­tate. Quint­essenz Journal 68(12’:1377-1385.

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